Fast jeder Radfahrende fürchtete wohl schon mal bei einem waghalsigen Überholmanöver durch einen Auto um sein Leben. Denn leider müssen Radlerinnen und Radler in Berlin auch im Jahr 2018 die meisten Strecken auf Straßen ohne eigene Radwege zurücklegen. Wie gefährlich das Radeln in Berlin wirklich ist, soll nun ein Projekt des Tagesspiegel mit handfesten Zahlen deutlich machen.
Die Zeitung sucht 100 Tester für seinen Radmesser, der dem Projekt neue Daten über den tatsächlichen Abstand von Autofahrern bei Überholmanövern liefern soll. Vielen Autofahrern ist die Pflicht zu mindestens 1,5 Metern Abstand offenkundig nicht bewusst. Der Tagesspiegel schreibt:
Gemeinsam mit Physikern, Programmierern, Experten für Künstliche Intelligenz und Designern arbeiten Tagesspiegel-Redakteure seit dreieinhalb Monaten im Projekt „Radmesser“ an diesem Problem. Das Team hat einen Sensor gebaut, der sowohl messen kann, wie viel Überholabstand Autos, LKW, Busse und Roller gegenüber Radfahrern einhalten, als auch, wie nahe der Radfahrer dabei an parkenden Autos fährt. Und er zeichnet auf, an welcher Stelle die Überholmanöver passieren.
Die hübsch gemachte interaktive Seite des Tagesspiegel zum Thema Radfahren bietet eine Übersicht über die lückenhafte Radinfrastruktur Berlins und die (wenig einheitlichen) Ausbaupläne der einzelnen Stadtteile. Das Projekt liefert einen dringend nötigen Impuls zum Ausbau der Radwege und damit zum ökologischen Umbau unserer Städte.
